KATHPRESS/Chronik/Klosterneuburg/Ausstellung/Kaiser.Karl Klosterneuburg: Ausstellung über selig gesprochenen Kaiser Karl

"Verkannt, verbannt, verehrt - Kaiser und König Karl, der letzte Monarch Österreich-Ungarns" im Museum Kierling aus Anlass des bevorstehenden 90. Jahrestages der Thronbesteigung =

Wien, 24.7.06 (KAP) Vor fast 90 Jahren - am 21. November 1916 - bestieg der 2004 von Johannes Paul II. selig gesprochene Karl I. als letzter österreichischer Kaiser den Thron. Daran erinnert in Klosterneuburg-Kierling die am Sonntag eröffnete Ausstellung "Verkannt, verbannt, verehrt - Kaiser und König Karl, der letzte Monarch Österreich-Ungarns".

Die Sonderausstellung im Museum Kierling will den Wandel in der Beurteilung des letzten Monarchen Österreich-Ungarns aus dem Hause Habsburg aufzeigen - vom verkannten Politiker und Soldaten, der das Duell und die körperliche Züchtigung von Soldaten verboten hat, über den verbannten Monarchen, der im Exil erst 35-jährig gestorben ist, zum verehrten Seligen. Zu sehen sind u.a. Exponate über den Weg zur Erbfolge sowie die Ausbildung des Thronfolgers, zur kurzen Regierungszeit Kaiser Karls, zu seiner Familie und zur Seligsprechung im Jahr 2004. Ergänzt wird dies durch Scherenschnitte der Künstlerin Josefine Allmayer. Zugänglich ist die Schau im "Haus im Grünen" bis 15. Oktober freitags von 18 bis 20 Uhr und sonntags von 10 bis 12 Uhr und nach Vereinbarung.

Bei der Eröffnung durch den niederösterreichischen Landtagsabgeordneten Willi Eigner betonte der Geschäftsführende Präsident der "Kaiser Karl Gebetsliga für den Völkerfrieden", Brigadier Norbert Fürstenhofer, dass der jüngste österreichische Selige ein Vorbild als Christ und Berufssoldat gewesen sei. Fürstenhofer nannte Karl "eine Messlatte für unser Handeln", weil er sich für einen raschen Frieden eingesetzt habe, "um das sinnlose Sterben der Soldaten an der Front und weiteres soziales Leid der Bevölkerung zu verhindern". Die Gebetsliga plant daher auch mit der Militärseelsorge ein gemeinsames Projekt zur geistlichen Auseinandersetzung mit dem selig gesprochenen Kaiser.

Kaplan Franz Xaver Brandmayr, Geistlicher Assistent der Gebetsliga, betonte, der Seligsprechungsprozess habe vielfältige Vorwürfe gegen den Habsburger widerlegt: Kaiser Karl sei ein schwacher Mensch gewesen, ungebildet, auf sein Amt nicht vorbereitet und hätte einen unmoralischen Lebenswandel geführt - all das sei unhaltbar. Man solle den jungen Monarchen, der viele politische Niederlagen erlebte, vielmehr als Menschen sehen, der nie aufgegeben habe und von seinem Glauben tief geprägt gewesen sei.

In der Ausstellung wird auch auf die Beziehung des "Akademischen Bundes Katholisch-Österreichischer Landsmannschaften" zu Kaiser Karl eingegangen. Der Selige ist seit 2004 Patron des Studentenverbandes. Die Sonderschau ist auch in Kooperation mit der "Katholisch-Österreichischen Landsmannschaft Carolina" entstanden, die nach dem letzten Kaiser benannt ist und die in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen feiert. (ende)